Warum können trockene Hände durch „Feuchtigkeit im Körper“ entstehen? – Ein TCM-Fallbericht
- Xuefeng Wang
- Category: Erfahrungen
Ein 52-jähriger Patient stellte sich mit seit Jahren bestehenden Hautproblemen an beiden Händen vor.
Hauptbeschwerden
Der Patient berichtete über:
-
seit etwa fünf Jahren trockene, schuppige und rissige Haut an beiden Handflächen
-
schmerzhafte Hautrisse
-
deutliche Verschlechterung in den letzten zwei Monaten
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird ein solches Krankheitsbild häufig als „Ezhangfeng“ (鹅掌风) bezeichnet.
Dieser Begriff beschreibt chronische schuppige Hautveränderungen der Handflächen, die aus westlicher Sicht häufig Handekzem oder Handpilz ähneln können.
Entscheidende Hinweise in der Anamnese
Neben den Hautsymptomen berichtete der Patient über mehrere allgemeine Beschwerden:
-
Müdigkeit
-
Blähungen
-
weichen Stuhlgang zwei- bis dreimal täglich
-
wenig Schwitzen
Die Zungendiagnose zeigte eine vergrößerte Zunge mit weiß-fettigem Belag, der Puls war weich.
Diese Zeichen weisen in der TCM typischerweise auf eine Ansammlung von Feuchtigkeit im Körper (Dampness) hin.
Diagnose nach TCM
Obwohl die Haut sehr trocken und rissig erschien, deuteten die Begleitsymptome auf ein anderes zugrunde liegendes Problem hin.
Aus Sicht der TCM bestand eine Schwäche der Verdauungsfunktion (Milz), wodurch sich innere Feuchtigkeit im Körper ansammelte.
Diese Feuchtigkeit kann den Energiefluss blockieren und die Versorgung der Haut beeinträchtigen.
Dadurch entstehen paradoxerweise trockene, schuppige und rissige Hautveränderungen.
Gleichzeitig zeigte sich jedoch auch eine zweite Ebene des Krankheitsprozesses:
Neben der inneren Feuchtigkeit im Verdauungssystem hatte sich auch Feuchtigkeit in der Körperoberfläche und der Haut angesammelt.
In der TCM spricht man daher von einem Zustand mit
„innerer Feuchtigkeit und äußerer Feuchtigkeit“ (innen und außen gleichzeitig).
Behandlungsstrategie
Aus diesem Grund bestand die Therapie nicht nur darin, die innere Feuchtigkeit zu regulieren, sondern gleichzeitig auch die Feuchtigkeit an der Körperoberfläche zu transformieren.
Das therapeutische Prinzip lautete daher:
Behandlung von innen und außen gleichzeitig („innen und außen regulieren“).
Die Therapie bestand aus:
-
Akupunktur
-
individuell angepasster chinesischer Kräutertherapie
Die Behandlung zielte darauf ab:
-
die Verdauungsfunktion zu stärken
-
innere Feuchtigkeit auszuleiten
-
gleichzeitig Feuchtigkeit an der Hautoberfläche zu transformieren
-
den Energiefluss zur Haut zu verbessern
Im Verlauf der Behandlung wurden die Kräuterrezepturen entsprechend der Symptome angepasst.
Behandlungsergebnis
Nach der Anpassung der Therapie kam es zu einer deutlichen Verbesserung:
-
die Schuppenbildung nahm deutlich ab
-
die Hautrisse heilten weitgehend
-
die Trockenheit der Haut verbesserte sich deutlich
Auch die Verdauungsbeschwerden des Patienten besserten sich.
Nach Abschluss der Behandlung waren die Hautveränderungen nahezu vollständig abgeheilt.
Klinische Erfahrung
Dieser Fall zeigt ein wichtiges therapeutisches Prinzip der Traditionellen Chinesischen Medizin:
Chronische Hauterkrankungen können durch eine Kombination aus innerer und äußerer Feuchtigkeit entstehen.
Eine erfolgreiche Behandlung erfordert daher häufig eine gleichzeitige Regulation der inneren Organsysteme und der Körperoberfläche.
Die Kombination aus Akupunktur und individuell angepasster Kräutertherapie kann in solchen Fällen eine effektive Behandlungsstrategie darstellen.

